Dienstag, den 21. Oktober 2014, Alter: 3 Jahre

Haupttreppenhaus und Brunnen Westflügel fertiggestellt

 

Der Förderverein Lingnerschloss e.V. kann sich erneut über zwei sanierte Bauabschnitte freuen – das Haupttreppenhaus im Ostturm und die Brunnenanlage im Westpavillon erstrahlen seit wenigen Tagen in neuer und zugleich alter Schönheit.

Das Haupttreppenhaus wurde bereits seit Ende 2012 einer aufwändigen Verschönerungskur unterzogen. Es zählt zu den ganz wenigen Bereichen des Schlosses, die im denkmalpflegerischen Sinne an ihre Entstehungszeit 1850-53 erinnern. Nach Freilegung jüngerer Übermalungen zeichnete sich ein umfangreich erhaltener originaler Farbfassungsbestand ab, der konserviert und retuschiert werden konnte. Dies betrifft das Kuppelgewölbe, die Wandflächen, das Gesims und das Geländer. Nach dem Abbruch einer funktionslosen Ziegelwand auf der unteren Ebene des Treppenhauses dringt jetzt wieder Tageslicht durch die bauzeitlich restaurierten Fenster und lässt die herrlichen Farben der restaurierten Fassung in alter Pracht leuchten. Besondere Erwähnung verdient die Gestaltung des Kuppelgewölbes, das eine vergoldete schmiedeeiserne Tragkonstruktion vorstellt, über die scheinbar ein roter Stoff mit goldenen Sternen zeltartig gespannt ist. Anstelle des ursprünglich vorhandenen schwergewichtigen Kronleuchters sorgt jetzt eine große ringförmige LED-Leuchte für die Beleuchtung des Treppenhauses.
Unter der bewährten Leitung des Dresdner Architekturbüros Treuner zeichnete eine Vielzahl von Firmen für die Sanierung des Treppenhauses verantwortlich. Die Restauratoren Schirmer & Ander haben die Malereien mit großer handwerklicher wie künstlerischer Meisterschaft wieder entstehen lassen. Die bauzeitlichen Fenster wurden durch Fa. Schönherr aus Pockau/Erzgeb. restauriert. Die Sandsteinarbeiten hatte Fa. Witschel aus Großenhain übernommen. Die Restaurierung des historischen Geländers sowie dessen notwendige Ergänzungen im Erdgeschoss lag in den Händen von Fa. Schlegel, Dresden. Die große Ringleuchte schließlich ist ein Gemeinschaftswerk der Dresdner Firmen LED-Planung und XENON.
Der Gesamtaufwand für die Sanierung des Haupttreppenhauses belief sich auf rd. 200.000 EUR, darunter öffentliche Fördermittel der Landeshauptstadt in Höhe von 68.000 EUR sowie rd. 15.000 EUR Sachspenden Dresdner Unternehmen. Damit wurden 66 % aus Privatspenden finanziert.

Nahezu zeitgleich wurde die Brunnenanlage im Westpavillon fertig gestellt, so dass Anfang September erstmals Wasser aus den Putten- und Löwenköpfen der Bronzeschale strömen konnte. Seine äußere Gestalt mit Sandsteinbecken und Bronzeschale hatte die Brunnenanlage bereits seit Ende 2012. Es fehlte lediglich die Auskleidung der Sandsteinschale mit farbigen Mosaiksteinen, die sich aus einer Reihe von Gründen nahezu 1,5 Jahre verzögerte.
Die Wiederherstellung der Anlage erfolgte auf der Grundlage eines einzigen Fotodokuments und verlangte von allen Beteiligten ein Höchstmaß an künstlerischem Verständnis für die Eingliederung in die klassizistische Schlossarchitektur bezüglich Hauptabmessungen und Farbgestaltung. Besonderes Augenmerk galt dabei von Anfang an der großen Bronzeschale, die von der Bildhauerin Eva Backhaus zunächst als Gipsmodell gestaltet und anschließend von der Dresdner Kunstgießerei Ihle in Siliziumbronze abgegossen wurde. Es folgten Montage von Brunnenschale und Wassertechnik durch Fa. Grundmann, ehe Thorsten Sändig mit der Mosaikauslegung der Sandsteinschale das Werk vollenden konnte. Die Steinschale selbst war von den Sandsteinwerken Pirna geliefert und von Fa. V. Schulze, Dittersbach-Dürrröhrsdorf, montiert worden.
Bis zum Einbruch des Winters sprudelt das Wasser nun täglich zwischen 11 und 20 Uhr für die Besucher der Schlossanlage.
Die Kosten für die Wiederherstellung des Mosaikbrunnens belaufen sich auf rd. 75.000 EUR,
die komplett durch Geld- und Sachspenden getragen wurden. Der größte Teil davon stammt aus der Großspende von GlaxoSmithKline, die anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums des ehemaligen Sächsischen Serumwerkes im Jahr 2011 an den Förderverein geflossen war. Die Mosaik-Auskleidung der Sandsteinschale wurde im Wesentlichen aus einer Spende der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG finanziert.