Schweizer Haus – Kleinod im Herzen des Lingnerareals erstrahlt in neuem Glanz

Schweizer Haus – Kleinod im Herzen des Lingnerareals erstrahlt in neuem Glanz

Schweizer Haus/ehem. Weißes Haus, Bautzner Str. 132, wird nach Komplettsanierung am 27. April mit Vernissage für Bilderfolge „Entlang der Elbe“ des Radebeuler Malers Roland Gräfe öffentlich vorgestellt.

Dresden wird immer schöner: Dazu tragen in wachsendem Maße auch betriebliche Investitionen mittelständischer Unternehmen bei. Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich z.B. jetzt das Schweizer Haus im Lingnerareal Bautzner Straße 132, das am kommenden Freitag, 27. April, 14:00 Uhr, nach 1-jähriger Bauzeit der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten entstanden in dem nahezu hoffnungslos verrotteten Baukörper (Haupthaus, Remise und ehemaliger Pferdestall) hochwertige Büro- und Schulungsräume mit insgesamt 730 qm Nettofläche. Der Haupteingang des Gebäudes wurde nach alten Vorlagen wieder errichtet, ebenso Balkon und Pergola vor dem westlichen Nebeneingang. Die ersten Bauvorbereitungen auf dem etwa 1600 qm großen Teilflurstück des Lingnerareals begannen bereits 2003, als ein seit langem stillgelegtes Kohleheizhaus mit 22 m-Schornstein abgebrochen wurde. An dieser Stelle befindet sich jetzt ein Parkplatz für 36 PKW, der auch von den Besuchern des Lingnerschlosses genutzt werden kann. Finanziert wurde das Vorhaben durch das Dresdner Maschinenbau-Unternehmen VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH, das Gebäude und Freifläche für 15 Jahre gepachtet hat und zunächst eine Nutzung für firmeneigene Arbeitsplätze plant. Anschließend ist eine Vermietung in Verbindung mit der künftigen Nutzung des Lingnerschlosses vorgesehen. Der besondere Charme dieser Lösung besteht darin, dass bestimmte Räume des Schweizer Hauses damit außerhalb der Arbeitszeit, insbesondere an den Wochenenden, für kulturelle Zwecke des Fördervereins Lingnerschloss e.V. zur Verfügung stehen.

Die Finanzierung des denkmalpflegerischen Mehraufwandes wurde in dankenswerter Weise durch das Regierungspräsidium Dresden unterstützt.

Gebaut wurde das Schweizer Haus zwischen 1855 und 1860, also kurz nach Fertigstellung von Villa Stockhausen (Lingnerschloss) und Schloss Albrechtsberg. Auf alten Zeichnungen ist als Entwurfsverfasser Adolph Lohse vermerkt, jener Preußische Landbaumeister und Schinkel-Schüler, nach dessen Plänen auch Schloss Albrechtsberg und Villa Stockhausen entstanden. Der Schweizer Baustil entsprach dem damaligen Zeitgeschmack, möglicherweise ein Grund für die überlieferte Bezeichnung des Hauses. Einen anderen Hinweis liefert die Tatsache, dass sich in dieser Zeit zahlreiche Schweizer ihren Lebensunterhalt in Sachsen u.a. als Hausbedienstete verdienten.

Im Sockelgeschoss des Haupthauses gab es zunächst eine Weinpresse, darüber Wohnungen für die Bediensteten der wechselnden Schlossherren. Im rechten Winkel dazu entstand die Wagenremise, die später durch Pferdeställe mit dem Haupthaus verbunden wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schweizer Haus zu Wohnzwecken genutzt, später hatten dort verschiedene Institutionen ihr Domizil, wie z.B. Dresdner Klub und zeitweilig auch der Industrieclub Sachsen. Wohl dem Umbau und neuem Farbanstrich in den 50er Jahren geschuldet, hieß das Haus zu DDR-Zeiten „Weißes Haus“.

Zeitgleich mit dem Bau konnte die Wiederherstellung der historischen Teichanlage, in die das Regenwasser des Schweizer Hauses eingeleitet wird, abgeschlossen werden. Noch vor einem Jahr vermutete kein Spaziergänger in der völlig zugewachsenen Senke zwischen den Auffahrten zum Lingnerschloss und zum Schloss Eckberg eine solche Anlage, die nun zu neuem Leben erwacht ist. Gedankt wird die sorgfältige Wiederherstellung der Teichanlage vermutlich nicht nur von den beiden Mandarinenten-Pärchen, die sich in diesem kleinen Vogelparadies eilig und rechtzeitig vor der Brutzeit niedergelassen haben.

Zur öffentlichen Vorstellung des Schweizer Hauses mit Vernissage laden wir Sie herzlich ein:

Freitag, 27. April, 14:00 Uhr
Schweizer Haus im Park des Lingnerschlosses
Bautzner Straße 132
01099 Dresden

Zum Anlass der Einweihung des Schweizer Hauses findet eine Vernissage für die Ausstellung „Entlang der Elbe“ des Radebeuler Malers Roland Gräfe statt. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Thomas Friedländer, der historische Instrumente zum Klingen bringt.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

 

Förderverein Lingnerschloss e.V. / Projektkoordination

Ines Eschler

Telefon     0351 2637-254
Fax   0351 2637-308

E-mail: info@lingnerschloss.de

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