Resümee Freitagsreihe 2012

1. Quartal 2012

Eröffnung durch den Vorstandsvorsitzenden am 13.01.2012

Unsere Freitagsreihe „Kleinkunst mit Panoramablick“ startete am 13.01.2012 bereits in das 6. Jahr ihres Bestehens mit dem traditionellen Vortrag „Bilanz und Ausblick“ des Vorstandsvorsitzenden. Im Vordergrund stand der Bericht über die Ereignisse und Ergebnisse des Lingnerjahres 2011, insbesondere die neue Situation des Fördervereins, die sich aus der unerwarteten Großspende von GlaxoSmithKline Biologicals (vorm. Sächsisches Serumwerk Dresden) ergibt. Die wichtigste Konsequenz für das weitere Baugeschehen ist die Verkürzung der Bauzeit um mehr als sieben Jahre, so dass jetzt gegen Ende 2014 mit der Fertigstellung des Schlossgebäudes zu rechnen ist. Schon 2012 ist deshalb mit deutlich intensivierten Bauabläufen zu rechnen. Daraus ergeben sich zwangsläufig Einschränkungen für die Planung weiterer Veranstaltungen. Beispielsweise wird der Festsaal im Erdgeschoss voraussichtlich ab Ende März 2013 für längere Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Veranstaltungen der Freitagsreihe werden in dieser Zeit trotzdem weitergeführt, entweder im Speisesaal oder im Schweizer Haus.

Die musikalische Begleitung der Eröffnungsveranstaltung lag in bewährter Weise in den Händen von Frau Prof. Rieko Yoshizumi von der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“, die übrigens im Jahresverlauf 2012 noch mehrfach im Lingnerschloss zu erleben sein wird.

Akkordeon-Jugend-Orchester „Da Capo del Fine” am 20.01.2012

Erster Höhepunkt der Freitagsreihe 2012 war am 21.01.2012 ein Konzert mit Werken von Brahms, Händel, Schumann und Vivaldi unter der souveränen Leitung von Frau Norit Stillich von der Dresdner Musikschule Fröhlich. Die herzerfrischende Darbietung der jugendlichen Musiker zwischen 15 und 37 wurde verfolgt von nahezu 100 Gästen, überwiegend Eltern und Großeltern der aktiven Künstler, so dass diese Veranstaltung wohl zu Recht als musikalische Begegnung dreier Generationen gelten konnte.

Das Wichtigste: Es gibt auch 2013 eine Fortsetzung.

Vortrag „Großes Können mit Weitblick“ am 03.02.2012

Anliegen des Fördervereins war die Erinnerung an Prof. Dr.-Ing. Werner Hartmann (1912-88), Begründer der Mikroelektronik in der ehemaligen DDR und langjähriger Institutsdirektor des ZMD in Klotzsche, anlässlich seines 100. Geburtstages am 30.01.2012. Referent war sein ehemaliger Mitarbeiter und Wegbegleiter, Herr Dr. Hans W. Becker, der Leben und Wirken des Jubilars in beeindruckender Weise nachzeichnete und an sein schweres Schicksal und an seine entwürdigende Behandlung durch die allmächtige Staatspartei und ihre Erfüllungsgehilfen nach 1978 erinnerte. Bewegend auch die spontane ergänzende Darstellung durch seine Lebensgefährtin Frau Reneé Gertrud Hartmann, die ihn über 14 Jahre bis zu seinem Lebensende begleitet hat. Die Nachfrage für diese Veranstaltung übertraf alle Erwartungen, so dass der Festsaal mit etwa 160 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das starke Interesse an der Veranstaltung war Ausdruck der großen Anteilnahme am Schicksal von Prof. Hartmann und der hohen Wertschätzung, die ihm von Seiten seiner ehemaligen Mitarbeiter, aber auch zahlreicher Fachkollegen und Studenten bis zum heutigen Tag entgegengebracht wird. Viele Diskussionen am Rande des eindrucksvollen Abends waren zugleich Bestätigung für den Förderverein, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, um herausragende Persönlichkeiten, die in Dresden und Sachsen gewirkt haben, auf derartige Weise zu würdigen.

Übrigens: Eine Wiederholung der Veranstaltung vom 03.02.12 erscheint nicht gänzlich ausgeschlossen und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Vortrag „Standortplanung in Dresden – Plädoyer für einen raumbildenden Städtebau“ am 24.02.2012

Dieser Vortrag von Dr. Matthias Lerm, ehemaliger Beauftragter der Landeshauptstadt Dresden für Kultur und Denkmalschutz, z. Zt. Stadtbaudirektor in Jena, stieß auf ein ähnliches Interesse, vor allem unter Architekten, Städteplanern und verwandten Berufen, aber auch unter Dresdnern, denen ein behutsamer, denkmalverträglicher Wiederaufbau ihrer Stadt besonders am Herzen liegt, wie sich auch in der anschließenden Diskussion zeigte. Mit 104 Besuchern gehörte auch diese Veranstaltung zu den besonderen Höhepunkten der Freitagsreihe 2012.

„Prosecco für alle“ - Kabarett im Lingnerschloss

Dieser Soloabend mit der Schauspielerin und Kabarettistin Ellen Schaller wird den Freunden der Freitagsreihe wohl lange in Erinnerung bleiben. Ellen Schaller schlüpfte in die Rollen verschiedener Frauen und Charaktere und brannte ein regelrechtes Feuerwerk an Pointen und Nachdenklichkeiten aus verschiedenen kabarettistischen Genres ab. Unter dem Motto „Jedem sei ein Stück Erfolg gegönnt, wenn er es nur versteht, aus seinen Talenten und Begabungen etwas zu machen“ war im Lingnerschloss ein Abend voller Humor, Esprit, Optimismus und Zuversicht zu erleben. „Ich bin eine Dresdnerin und stolz darauf, dass ich mit meiner Benefiz-Darbietung einen Beitrag zum Wiederaufbau des Lingnerschlosses leisten konnte“ war ihr abschließendes Bekenntnis mit Gänsehauteffekt bei den Zuschauern. Auch Ellen Schaller will wiederkommen. Mit 120 Gästen zählte auch ihre Veranstaltungen zu den besonderen Höhepunkten der Freitagsreihe im I. Quartal 2012., und weitere werden folgen.

2. Quartal 2012

Die Freitagsreihe bot im 2. Quartal 2012 wieder viele interessante Veranstaltungen, einige davon gestalteten sich zu besonderen Höhepunkten für Gäste und Veranstalter und sollen deshalb hier noch einmal Revue passieren.

Einen bunten Strauß attraktiver Veranstaltungen bot erneut unsere Freitagsreihe „Kleinkunst mit Panoramablick“.

Neben populärwissenschaftlichen Vorträgen, wie

Dr. Jutta Adolph: „Volkskrankheit Allergien“ am 13.04.,

Prof. Dr. Eva Papke: „Von der mittelalterlichen Stadtmauer zur ersten Bastionärbefestigung einer deutschen Stadt“ am 20.04.,

Elmar Vogel: „Die Entstehung der Freimaurerei aus den spätmittelalterlichen Dombauhütten“ am 18.05.,

Prof. Dr. Caris-Petra Heidel: “Frauen in der Medizin” – eine Hommage an Dorothea Christiane von Erxleben, die erste promovierte Ärztin Deutschlands, in der Regel mit musikalischer Begleitung durch bekannte Dresdner Künstler, gab es gut besuchte Klavierabende, z.B. mit Pervez Mody, einem in Indien geborenen Pianisten von höchster Perfektion und Strahlkraft, der nach 2011 bereits zum zweiten Mal im Lingnerschloss auftrat und Werke von F. M. Bartholdy, R. Schumann, A. Skrjabin und C. Debessy am 11.05. zu Gehör brachte, oder

Annegret Reich und Marita Herklotz, die unter dem Titel „Sommerreise durch drei Länder“ weniger bekannte Werke von S. Rachmaninow, E. Grieg und A. Dvorak am 25.05. vierhändig zelebrierten und damit eine unerwartete Zuhörerresonanz fanden.

Einen Literaturabend voller Humor und Esprit konnten die Besucher des Lingnerschlosses am 01.06. erleben: Gunter Emmerlich las unterhaltsame Geschichten aus seinen erfolgreichen Büchern „Ich wollte mich mal ausreden lassen“ und „Zugabe“, sang in bekannter Manier zur Gitarre und verstand es in unnachahmlicher Weise, sein Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinzureißen.

3. Quartal 2012

Auch das 3. Quartal 2012 hielt wieder eine Vielzahl von Höhepunkten im Rahmen der Freitagsreihe „Kleinkunst mit Panoramablick“ bereit. Es begann mit einem literarisch-musikalischen Abend unter dem Titel „Rusalka – Lieder, Sagen und Gedichte am Wasser zu lauschen“ unter der Regie von Regina Felber. Es folgte eine Vortrag von Frau Prof. Dr. Elisabeth Knust vom MPI für Molekulare Zellbiologie und Genetik über das Thema „Grüne Genetik – weder Teufelszeug noch Wundermittel“. Großen Publikumszuspruch fand das Kinderballett „Semper mobilis“ unter der Leitung von Lilia Babina mit den Schülern der Klavierklasse Annett Otto am 15.07. Der Hobbyhistoriker Dr. Walter Schaffer war im 3. Quartal gleich zweimal präsent: Am 20.07. sprach er über „Libanon – Syrien – Jordanien in Vergangenheit und Gegenwart“ und am 28.09. über „Das Land Israel“. Thema der letzten Juli-Veranstaltung war das Leben Walther Rathenaus, über das der Direktor i.R. der VHS Zürich, Dr. Robert Schneebeli, sehr publikumswirksam vortrug, ergänzt durch den Dokumentarfilm „Von kommenden Dingen“ aus der Werkstatt unseres Ehrenmitglieds Prof. Eberhard Görner. Der August begann mit einem neuerlichen Gastspiel des Jazz-Pianisten Prof. Sanford Hinderlie aus New Orleans (USA), der im Lingnerschloss inzwischen seine eigene Fangemeinde gefunden hat. Es folgten zwei Liederabende: „Die schöne Müllerin – Musik auf zehn Saiten“ unter der Regie von Jochen Heilmann und ein Galaabend mit der wunderbaren Barbara Hoene unter dem Titel „Lieder und Arien mit Lehrerin und Schülerin“ mit Pauline Weiche, Mezzosopran, und Michael Lüdecke am Flügel. Bereichert wurde der August durch zwei Literatur-Abende: Renate Kreibig las aus ihrem autobiographischen Werk „Folgen einer Flucht“, und unser Ehrenmitglied Jost Hasselhorn gestaltete das Thema „Des Himmels heitere Bläue“ unter der musikalischen Begleitung von Juliane Gilbert, Violoncello. Große Publikumsresonanz fand auch ein Vortrag zur Dresdner Technikgeschichte: Jochen Werner, Prof. Bergander und Konrad Eulitz sprachen vor einem überfüllten Festsaal über „Der Flugzeugbau in Dresden – Historie – Aufbruch – Tragik“. Es folgte ein umjubelter Liederabend mit Werken von Mozart, Schubert und Schumann, der von Frau Prof. Jakob von der Musikhochschule Dresden und Frau Romy Petrick von der Semperoper gestaltet wurde, ehe Prof. Eberhard Görner mit einer Filmdokumentation über den Schauspieler Armin Müller-Stahl unter dem Titel „Das Leben ist kein Film“ den Herbst 2012 einläutete.

4. Quartal 2012

Die Freitagsreihe „Kleinkunst mit Panoramablick“ hielt auch im 4. Quartal 2012 ein buntes Angebot von insgesamt elf Veranstaltungen für ihr Stammpublikum bereit.

Glanzvoller Höhepunkt war dabei ohne Zweifel das Sonderkonzert vom 09.11. mit den jungen Musikern Tobias Bäz (Cello) und Andreas Hecker (Klavier), die vom Forum Tiberius Dresden gefördert werden. Mit Werken von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Schumann und Brahms boten beide Künstler ein hochrangiges Konzerterlebnis, das allen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Große Resonanz fanden auch die Vorträge

„Physiker, Atomspion, Kommunist – die drei Leben des Klaus Fuchs“ von Prof. Dr. Dieter Hoffmann, Berlin;
„Johann Joachim Winckelmann“ von Barbara Stave mit Elena Froga am Flügel, Dresden;
„Von den Orang-Utans auf Sumatra bis zu den Eisgipfeln des Himalaja“ mit Sabine und Götz Wiegand, Dresden;
„Die Gewölbe und Kuppeln im Lingnerschloss“ von Dr. Sebastian Storz, Dresden;
ein weiterer Dokumentarfilm von Prof. Eberhard Görner mit dem Titel „Am Abgrund der Utopie“ mit Lesung aus seinem Buch über Elisabeth Mann-Borgese, Mitbegründerin des Club of Rome; der traditionelle Ausklang der Laubegaster Sommerwiese unter dem Titel „Haleluja – die Finken sind da“ mit Marion und Kalle Fink sowie eine Soiree über Karl May zum Anlass dessen 100. Todestages mit Hans Grunert, Michael Wittig und Marion Neumann, Radebeul.

Das Jahr klang aus mit einem Abend über den Märchendichter Hans Christian Andersen, der von Jochen Heilmann und Ursula Kunze gestaltet wurde, und mit Weihnachtlichen Gitarrenklängen im Lingnerschloss mit dem Gitarrenduo Tessy Steinke und Jenny Mosbacher, Berlin, die von Ulrike Voigt mit weihnachtlicher Lyrik ergänzt wurden. Vervollständigt wurde das Programm durch einen Literarisch-musikalischen Abend mit dem Titel „Das Feuilleton V“ und Buchpremiere „Auf ein Wort nur“ von und mit Brigitte Schubert-Oustry, die in bewährter Weise von Irene Weißing am Flügel begleitet wurde.